Nur das Eigentlich ist weit

Ja, es gibt das Land Eigentlich. Ein Märchenreich. Jeder hat davon gehört. Im Eigentlich tue ich das, was ich immer schon tun wollte. Dort bin ich bei mir, trennt mich nichts von meiner Bestimmung. Ach, wenn die Welt nur wüßte, wer ich eigentlich bin! Nämlich groß, erhaben, schön, bedeutsam, interessant, mutig, begehrt, entschieden, geheimnisvoll, absichtslos lässig, sagen wir: cool. Im Eigentlich ist möglich, was im Wirklich leider klemmt. Zwischen beiden steht kein Zaun. Da ist nichts zu überwinden. Das Drama liegt in der Trennung. Wünsche werden dramatisiert, Träume stilisiert. „Soll doch jeder einmal seinen Preis nennen“, sang André Heller Mitte der Siebziger. Da war er noch arm und bedeutend. Hunderennen. Dramatisieren bedeutet entrücken. Das Entrückte erscheint unerreichbar. So erklärt sich das Ich seine Scheu und sein Versagen. Es war viel zu hoch und unerreichbar – das Ziel. Das Ich schwindelt sich durch bis zu Gott, ich bin mir sicher.


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