Bei mittlerer Fahrt

Ich müßte das alles dosieren lernen. Nicht gleich schreiben und das Geschriebene loslassen, es vielmehr einsperren und erst von der Kette lassen, wenn die Zeit reif ist. Aber ich kann nichts bewahren oder zurückhalten. Das entspricht nicht meiner Art, auch wenn ich versucht habe, es zu einer zu machen. Art. Und diese Tage und Texte folgen nicht der Logik von Abgeklärtheit und Sichtung, sondern der der Reise, also der Schritte oder Paddelschläge. Langsam nur kommen wir voran auf dem schlammbraunen Fluß, der sich durch den Dschungel schiebt wie ein Verhängnis. Das Klatschen ist nicht Beifall, sondern das Geräusch, das entsteht, wenn man versucht, eine Mücke zu erschlagen. Unheilvolle Geräusche dringen aus der grünen Wand des Ufers an mein Ohr. Ich paddle weiter oder lasse mich treiben. Wenn ich mich fürchte, werde ich es sagen.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Bei mittlerer Fahrt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert