Aufgeräumt – halleluja: dazu braucht man Courage. Fenster geputzt, Kühlschrank gereinigt, den Boden geschruppt. Die Küchenzeit setzt Fett und Schmutz an. Spinnenweben werden gespannt, genutzt und verlassen. Die Spritzer unvergessener Mahlzeiten. Abgestellte Töpfe sich mit feinem Staub bedecken lassen. Da seid ihr ja. Schöne Schalen entdeckt für den morgentlichen Milchkaffee, auch sie standen abgestellt in einem Winkel der Vergessenheit. Der Kleingeldtopf quillt über. All die Münzen meiner Wechselgeldempfänge. Bei der Volksbank stand dieser Trichter, der an eine Getreidemühle erinnert. Da kippt man das Gesammelte hinein, es rasselt und prasselt, ein Mechanismus am Grunde des Trichters dreht und wendet das Kleingeldgetreide, schließlich ist eine Summe ermittelt, die wird dem Konto gutgeschrieben. Dieser Trichter ist nun nicht mehr dort, aber vielleicht steht er im Keller oder hinter einem Raumteiler in der aufgeschickten Filiale am Hermannplatz. Nächstens stürze ich mich auf die Papiere meines Lebens und sortiere mich schwindlig. Es werden Erinnerungen auf mich einstürzen wie Felsbrocken. Als Kind bereits bewunderte ich das dreieckige Verkehrszeichen, das vor Steinschlag warnt. Täglich fuhren wir mindestens zweimal daran vorbei, einmal hin, einmal zurück. Es kam nie was von oben, aber ich rechnete fest damit.
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