Sagen wir, es war 1983

Wie war es damals? An die Details reiche ich nicht heran, welche Kaffeetasse wo stand und ob ich links oder rechts des Fensters saß. Vermutlich saß ich links, denn von dort gab es einen guten Blick auf die Dorfkneipe gegenüber. Elli Sonnemann. Jemand fand den Namen lustig, aber das warst nicht du. Ich weiß, wie es sich auf der Eckbank saß, weichhart. Dort ließ sich gut reden. Du hattest den Blick in den Raum und auf die zwei anderen Fenster, deren linkes in den „Baumhof“ ging, das rechte zur Straße. Selten fuhren Autos. Sah man über die Straße, stand dort das Haus, das der amerikanische Gitarrist gemietet hatte. Ich verdiente mir Geld damit, für ihn den Rasen zu mähen. Baumhof hieß das, was man bürgerlicherseits vielleicht Garten nennt, nur daß im Baumhof brauchbare Kirsch-, Apfel-, Pflaumen- und Birnbäume standen, unter denen die Kälbchen grasten. Im Baumhof wurden auch die frisch gewaschenen Bettlaken in der Sonne gebleicht und dafür ausgebreitet. Erinnerungen aus frühester Kindheit. Als wir am Küchentisch saßen und mit meiner Mutter Kaffee tranken und Kuchen aßen und über dem Gespräch die Zeit vergaßen, gab es diesen Baumhof nicht mehr. Er war zur Rasenfläche unter Bäumen geworden, lauschig und grün. Es gab noch den Hof, gab noch die Tiere, aber als Bauern dankten wir Schritt für Schritt ab. Ich bin kein Bauer geworden, wie du weißt.


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