Tumult

Unruhige Nacht. Die Decke zu dick oder zu warm. Liegt sich wie unter Lasten. Was lastet denn auf mir – außer ich selbst. Dann kommen die Gedanken und Bilder, erst eins nach dem anderen, dann viele gleichzeitig. Phrasen ziehen durch mein Bewußtsein wie die Transparente einer demonstrierenden Menge. Das ist Poesie! brüllt es von weiter hinten, Du mußt das notieren! Hörst du, notieren! Ich kann nichts notieren, ich liege auf der Seite unter der Last von tausend Decken und bekomme meine Arme nicht frei. Ich werde mir merken, was ihr mir sagen wollt, verspreche ich den Demonstranten. Der Kommandostimme gebe ich Ähnliches zu verstehen – schon wird sie leiser. Ich höre noch, wie sie murrt: Glaub ich nicht. Endlich zieht Ruhe in mein gepeinigtes Bewußtsein. Vorsichtig öffne ich die Augen und befinde mich in einem Raum, auf einem Bett liegend. Hier kenne ich mich aus. Die Besucher sind fort.


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