Vielleicht wird das Hirn weich, wenn ihm wichtige Verarbeitungsleistungen genommen sind. Gestern lag ich in der Badewanne und lauschte der Schachnovelle von Stefan Zweig. Da läßt sich hören (oder lesen), was einem passiert, der eingesperrt ist und nichts mehr hat außer Bett, Tisch, Stuhl, Fenster, Wand, Fußboden, Tür und sich selbst. Ich verlese mich dauernd. Eben las ich „Planlos und sicher“ auf der Rückseite eines Kuverts vom Finanzamt. Tatsächlich steht dort „Papierlos und sicher“. Solche Verleser unterlaufen mir alle paar Tage, ich sollte sie sammeln. Aber ich sammle schon viel zu viel.
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