Tatsächlich – wir leben. Woran ich das merke? Aufgaben erscheinen mir wieder lösbar, Herausforderungen annehmbar, die Musik hörbar. Ich kann schon lesen und vielleicht bald auch schreiben. Jedes Jahr wieder diese kleine Kind sein, das sich zu wenig zutraut – bis nichts … Vermutlich kann es nicht einmal laufen. Endlich stolpert es doch los, fällt nach vorn, stürzt sich in die Zukunft eines ungewissen Schritts. Die Beine fangen das auf, wenn man sie gehen läßt. Dieses Jahr war es besonders schlimm. Da war doch kaum Leben in mir, wie ich finde. Ein Jubel, als der Schnee fiel und es kalt wurde und das Eis gefror – ich dachte, ich werde verrückt vor Freude. Dann war es im Februar mal warm und ich wurde emsig für ein Stückchen Zeit. Anschließend begann das Gequältwerden, eine Phase dummer Hoffnungslosigkeit. Seit gestern ist sie vergangen. Vorhin war schon die Elster da und pickte im Beet herum, mein Frühstücksgast. Auch die Gegensprechanlage funktioniert, sagte der Handwerker, mit dem Störgeräusch aber müsse ich leben. Klar kann ich mit einem Störgeräusch leben. Was tue ich denn als nächstes? Eine schöne Nachricht lesen!
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