Mir selbst vertrauen

Die eigene Sicherheit ist keine absolute, sie ist auch nicht „objektiv“. (Sicherheit des Seiltänzers, der über uns eine Schlucht überquert. Intuitive Sicherheit einer Mondsüchtigen, die nachts auf einem Dachfirst schreitet und der nichts geschehen kann, solange niemand sie anspricht.) Sicherheit des Kindes, das auf einem schmalen Brett von einem Ufer des Baches zum gegenüberliegenden läuft. Wird in dieses Selbstgefühl hineingeredet und hineinregiert, und sei es aus Furcht oder echter Sorge, verschwindet es. Schließlich ist es verloren, dieses einzige wirklich echte Selbstvertrauen – und später wird eine Menge unternommen werden, damit es zurückkehrt. Doch es kehrt nicht zurück. Was dann „installiert“ wird, ist ein zweites und deutlich instabileres, nämlich angeeignetes, lediglich erlerntes Selbstvertrauen. Spuren des alten und tiefen Selbstvertrauens sind noch immer in uns, aber kaum zeigen sie sich, werden sie einerseits bewundert, andererseits sofort angegriffen.


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