Todesfalle Highlands – ein Spielfilm aus dem ZDF-Sortiment. Eine Gruppe Wanderer im schottischen Hochland – ein Generationsportrait. Im Steinhaus angekommen gleich Beschwerden: Fenster klemmt, kein Handy-Empfang, nicht sauber genug. Das Ehepaar macht sich Gedanken über die Kleine, ihre gemeinsame Tochter, die bei den Großeltern ist. Die Frau sagt: Ich vermisse sie schon jetzt. Ihr Mann nimmt sie von hinten in den Arm. Der Jüngste der Gruppe, der vor einigen Stunden noch durch Unachtsamkeit einen Sturz an der Felswand auslöste, läuft in seinem Zimmer herum und sucht eine Stelle, die ihm doch noch Empfang gestattet. Scheiße, sagt er und wirft das Telephon von sich. Später sitzen sie im Gemeinschaftsraum und trinken und geben sich Mühe, gemeinsam (sie sind zu fünft) einen schönen Abend zu verbringen. Der Alkohol muß es richten. Gespräche von Leuten, die sich wenig zu sagen haben. Lustig tun, Heiterkeit vorgeben. (Anstrengend schon vom bloßen Zusehen.) Unübersehbar die Konkurrenz zwischen den Teilnehmern dieses Kletter- und Wanderausflugs – denn sie sind im Konkurrenzalter. Worum es geht – na, was schon: Attraktivität, Klugheit, Witz, Coolness, Sex-Appeal, das eigene richtige Leben (Erfolg). Lebenskampf im Komfortmodus, verlegt in eine Landschaft, die Blödheit nicht verzeiht. (Immer wenn ich sie in die Wildnis gehen sehe, in diesen Outdoor-Spielfilmen, weiß ich, daß sie keine Chance haben werden. Sie sind zu ich-bezogen, zu begrenzt in allem.) Ob Natur und Wildnis geeignete Lehrmeister sind, läßt sich fragen. Immerhin korrigieren sie Überheblichkeit.
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