Volker Schlöndorff verfilmt Montauk von Max Frisch …

… und ruiniert die Geschichte. Es ist zum Haareraufen.

Max Frisch ist vielleicht der einzige aus der Autorengeneration Böll-Grass-Walser-Lenz-Frisch, der „cool“ schreiben konnte. Zwar widerstand auch er nicht der Versuchung, sich als moralische Autorität aufzuführen und vorführen zu lassen. Doch rang er sich in Montauk zu einer Skepsis und einem Selbstzweifel durch, der mich beeindruckt hat. Ich las das Buch mit Anfang zwanzig.

Nicht mehr lügen – es nicht mehr nötig haben zu lügen. Wozu auch? Um wen zu beeindrucken?

Das Problem hoher Bewußtheit. Dinge tun oder sagen und zugleich wissen, daß man sie tut oder sagt. Sich selbst längst auf die Schliche gekommen zu sein und trotzdem noch leben zu müssen – das ist das Problem des Erzählers in Montauk, der in der dritten Person von sich spricht. Dieser Erzähler mag sich nicht und versucht doch noch, weil letztes Leben in ihm steckt, damit zu kokettieren.

Schlöndorffs Protagonist sagt zur Begrüßung einer ehemaligen Geliebten: „Du siehst genauso aus wie in meiner Vorstellung.“

Der Film heißt Rückkehr nach Montauk und bediene sich nur der Frisch’schen Erzählung, lese ich nun. In Wahrheit habe Schlöndorff über sich berichten wollen, er habe auch einmal in New York gelebt.

(Rückkehr zum Alexanderplatz – wer übernimmt das?)

Volker Schlöndorff heißt im Film Max Zorn. Fritz Zorn (eigentlich Fritz Angst) schrieb Mars, ein anderes wichtiges Buch aus der Schweiz des Geldes und des Geistes.


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