Tag, da ich Menschen nicht mochte. Demnach mochte ich mich selbst nicht. Sie haben etwas Gieriges und Aufdringliches, manchmal. Vielleicht haben sie es sogar immer, aber immer fällt es nicht auf, mir nicht. Sie belauern sich. Aber das habe ich früher nicht gewußt. Nun weiß ich es. Wenn man sie läßt, fallen sie über einen her. Man soll mitspielen, mitmachen, mitlachen – notfalls mittöten. Sie entstammen der Erfahrungswelt des Rudels oder der Rotte, der gemeinschaftlichen Jagd und des gemeinschaftlichen Opferns. Dauernd werden welche geopfert. Mich selbst hätte ich fast zum Opfer gegeben, ohne es zu wissen. Das war Samstag, heute ist noch Dienstag. Heute war ich nur grundlos traurig, weltschmerzbehaftet wie früher. Früher liegt nicht weit zurück. Seht nur, wie sie Stimmung machen für dieses, gegen jenes. Ich möchte – welch Ansinnen – weder dafür, noch dagegen sein. Ich sehe Filme, in denen Todesfälle aufgeklärt werden müssen. Krimi-Mimi nie ins Bett. Gewalt ist die Grundlage. Darauf feiert Kultur sich selbst.
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