Fehlt der Geist, fehlt das Leuchten. Ich kann so leer wie lange nicht durch diese sinnlos gewordenen Straßen laufen. Ich bin statistisch unterwegs, ein Leben ist das nicht. Was machen wir denn hier? möchte ich einen Xbeliebigen fragen, lasse es aber aus Furcht davor, zu hören, was ich erwarte. (Keine Ahnung, Befehl kommt von oben.) Bereits vor der Pandemie-Angelegenheit empfand ich dieses Leben als eine instabile und halbidiotische Versuchsanordnung, mich selbst als Testperson darin – wieviel davon erträgst du noch? Kann sein, daß ich auf manchen Photos lächle, aber das täuscht. Oft ist mir, als sei ich gar nicht mehr unter Menschen, als seien das bereits Mutanten, die ein gespensterhaftes Gebrabbel von sich geben, das über irgendwelche Kanäle oder Leitungen in sie überspielt worden sein muß. Bestätigung der Milieutheorie oder ein neues Kapitel in der Menschheitsgeschichte. Orwell oder Huxley, oder gleich beide zusammen, plus eine weitere Unbekannte? Die Bearbeitung des Bewußtseins schreitet voran. Man kann es sich gar nicht mehr leisten, dabei nicht mitzumachen – höre ich eine Stimme aus der Kanalisation, weiter oben steckend, sonst könnte ich sie nicht hören. Wo ist das gute alte Rauschen geblieben?
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