„Jim was such a philosopher, being a rockstar was a side job.“
Das dürfte stimmen. Kommentar eines Youtube-Nutzers zu „Jim Morrison speaks! The Lost Interview“.
Wie gräßlich überdies, derart früh (und jung) bekannt und berühmt zu sein. Scheinwerferlicht, Anfragen, falsche Freunde. Man beginnt, sich selbst falsch wichtig zu nehmen. Karikatur eines Gottes zu werden. Abgrundtiefe Verzweiflung, Betäubungsversuche.
Das Wissen, dringend Zeit zu benötigen, um in das, was da aufgebaut worden oder aufgewachsen ist (ohne Anfrage, ohne Zustimmung), hineinwachsen zu können – oder eine Idee zu bekommen, wie man aus dieser Falle lebend wieder herauskommt.
Mausoleum des Ruhms. Grabstätte des Scheiterns. Blutbeschriebene Texte. Lexikoneintrag. Grabbelagerung. Keine Ruhe auf Erden, nicht einmal im Tod. Der Himmel vielleicht, aber was für eine Aussicht von dort oben zwischen den Adlern und Flugzeugen.
Wie komme ich darauf? Ein Vers geht mir durch den Kopf, seit dreißig Jahren, wieder und wieder, in unregelmäßigen Abständen: „Could any hell be more horrible than now and real?“ (An American Prayer, Lament)
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