War es nicht eben noch Winter, ein endlos langer Winter, nicht kalt, nur lang und zermürbend, für hiesige Verhältnisse (frag an in Alaska), und der Frühling brachte sich nicht durch, und der Wind wehte um die Häuser wie ein Jäger, und die Hoffnung beruhte wieder einmal darauf, daß es wärmer werde und die Sonne ihren Glanz austeile und die Pflanzen sich daraufhin öffneten, und mit den Pflanzenblüten auch (diesmal gar nicht zögerlich) die Menschen. Fragezeichen. Aber lange geschah nichts, oder was geschah (niemals geschieht nichts), konnte nicht den Durchbruch bringen, bescherte nicht das Durchbruchsgefühl bei den Menschen. Ich hätte dieses Gefühls bedurft, aber es dreht sich nicht alle nur um mich. Neuigkeit. Und jetzt wird es nicht dunkel, dabei ist es bereits nach neun! Die Mauersegler schreien, als wollten sie mir sagen, was Leben ist: fliegen und in die Tiefe stürzen bei mindestens 100 Klamotten die Stunde. Segler? Das sind keine Segler, das sind Jagdstürzer oder Sturzjäger. Wie auch immer. Früher lebte man gefährlicher und gefährdeter, heute geht es sicher zu. Seitdem hat das Leben an Geschmack verloren, es ist fade, mittelmäßig, schlapp. Wann früher? Habe ich vergessen. Frag die Vernunft, wenn du zur Unvernunft tendierst – frag sie nicht, wenn deine Vernunft dich kleinhält wie ein Stofftier oder einen klugen Papagei. Der Imperativ nur zur Aufmunterung, wie ein unerwarteter Schnaps. Ein Glas Sherry vor der Jagd, aufgesessen. Die Vernunft würde empfehlen, gar nicht zu leben. Da man ja ohnehin stirbt.
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