„Fern von hier“

Der Freitag macht in seiner digitalen Ausgabe unter der Überschrift Samstags bin ich suizidal auf die Schweizer Autorin Adelheid Duvanel (1936-1996) aufmerksam. Sie sei die Meisterin der Anfangssätze: „Norma ist schön wie eine Vase, die von einer weißen Hand getragen wird und die sich wünscht, fallengelassen zu werden.“ Oder: „Auf Christas Tisch liegen Zahlungsbefehle; sie öffnet sie nicht. Sie liegen da, und sie hält den Atem an.“ Ja – diese elenden Rechnungen, Mahnungen, Zahlungsbefehle, Vollstreckungsandrohungen … wer sie nicht kennt, weiß etwas nicht. Für manche ist es ja normal, Geld zu haben. Die Glücklichen, könnte man denken. Ob sie von den Unglücklichen wissen? Adelheid Feigenwinter hieß sie vor ihrer Eheschließung. Im Winter 1996 ist sie in ihren Lieblingswald gegangen, um dort zu sterben. Basel soll sie kaum je verlassen haben, der Autor (Max Glauner) nennt das „ihre Nesttreue“ – ein schönes Wort. Ihre einzige Tochter ist bereits tot, die Enkelin verschollen. Nun sind im Limmat-Verlag ihre Erzählungen erschienen.


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