Nach dem Regen ist die Erde wie neu. Wäre sie ein Kind, ist es frisch gebadet. Die Sonne ist bereits untergegangen, am Himmel sind Wolkenbänder, -streifen und -schlieren. An einer Stelle bilden sie die Lider eines großen silbernen Auges, das den westlichen Horizont besieht und dessen Netzhaut schimmert. In den Pfützen spiegeln sich letzte Rottöne als Wolkenwiderschein der unsichtbaren Sonne. Kaum jemand unterwegs. Es riecht nach Schafen. Im Süden flackert ein fernes Gewitter. Das Gras steht hoch in diesem Jahr. Schon trudeln Fledermäuse durch die Luft. Vor den Nachtcafés sitzen sie in Gruppen und trinken und reden. Auf dem Feld suche ich dieses Stadtrandgefühl und den großen Himmel.
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