Letzte Nacht lag ich wach und wußte ALLES, wie es so schön heißt. Ich wußte, wie die Dinge zusammenhängen und wie sie heißen. Ich wußte, wie man es sagen kann, daß es JEDER versteht. Ich hatte einen Blick auf die Verhältnisse, der sie in Ordnung brachte. Sämtliche Streitthemen unserer Gegenwart und Vergangenheit hatten ihren Ort und Sinn. Ich konnte erkennen, weshalb gestritten wurde und wofür, und daß alle, die stritten, einen Teil des großen Lebens nicht nur repräsentierten, sondern Teil des einen großen Lebens waren. Für und Wider gehören stets zueinander, keines könnte ohne das andere sein. Daß aber Teileinsichten und Teilwahrheiten annahmen, sie wären der bessere Teil des Ganzen, ihre Gegner oder Feinde der schlechtere, gehörte zu den Regeln des Spiels, eines sehr ernsten Spiels, weshalb man lachen mußte, selbst wenn sie sagten, man dürfe das nicht. Grimmig erschienen die Kombattanten, besessen und unerbittlich. Kaum erblickten sie DIE ANDEREN, schossen sie los wie Windhunde, besser Bluthunde, und hätten auch getötet, nur daß das einstweilen noch untersagt war. Und das ist nur ein Bruchteil dessen, was ich sah und dachte und zur eigenen Sprache brachte. Schließlich schlief ich doch noch ein, aber der Tag lag voller Trümmer, und es war nicht leicht, durch sie hindurch dorthin zu finden, wo sie mich erwarten dürfen.
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