Als Kinder mußten wir lachen, wenn jemand August sagte, denn wir wußten, daß es ihn zweimal gibt: einmal als Monatsnamen, dann als Personennamen. Der dumme August. Betonung auf der ersten Silbe wie bei den meisten deutschen Zweisilbern. Der Monatsname dagegen von woanders, mit interessanterer Betonung, von Augustus, dem ersten römischen Kaiser, meinem Helden der römischen Geschichte, als ich ein Kind war und er im Geschichtsunterricht an die Reihe kam, siebte Klasse. Da war eine Lehrerin, die vermitteln konnte, was mit diesem schwächlichen Jüngling los war und was in ihm steckte. Octavian. Während seiner ersten Schlacht habe er sich hinter einem Felsbrocken versteckt, hieß es. Er galt für feige. Mythen vermutlich. Doch es muß eine Vorher-nachher-Spannung bestehen, sonst hören wir nicht zu oder verweigern zu begreifen, daß jemand sich emporwagt gegen jegliche Aussicht auf Gelingen. Die Geschichte ist voller solcher Sprünge und Verwandlungen. Man nennt sie auch Entpuppung und sucht in der Biologie nach Analogien. Was in wem steckt, wissen wir nicht. Mag es beruhigen, mag es beunruhigen. Steckt wenig drin, ist es ungefährlich.
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