Ich bin ein Kind, ein Enkel, ein Urenkel der Aufklärung. Ich erkenne das Anliegen an und führe es fort. Ich führe es in einer Weise fort, wie ich hoffe, daß die Aufklärung sich selbst einer Aufklärung, also Klärung, unterzieht. Seit den beginnenden achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts mußte man das tun, um nicht ausgelacht zu werden. Dreißig oder mehr Jahre später ist das, vordergründig besehen, nicht mehr der Fall. Eine vulgäre Form wissenschaftsjournalistischer und wissenschaftspolitischer Eindeutigkeit walzt sich durch die Landschaft einer unübersichtlichen Bedrohungslage seitens einer Virus-Bedrohung, die aus sich selbst heraus keinerlei Eindeutigkeit beanspruchen kann. Die Deutung obliegt uns selbst. Wer Eindeutigkeit bei Viel- oder Mehrdeutigkeit beansprucht, spricht von Macht und zeigt den Willen zur Macht, den Nietzsche so sehr ersehnte. Zeigen – also offenbaren sich nun die wahrhaft Großen und Mächtigen, diejenigen, die zu fürchten man sich gezwungen, die zu bewundern man sich gerufen sieht?
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