Durchhalten

Es rührt mich, wie alt und verbraucht sich ein Computer anfühlt, auf dem ich noch einmal schreibe. Wie zum letzten Mal. Wehmut treibt sich im Raum herum, mag sich aber nicht setzen. Ich kann auch nicht sagen: Ist nur ein kalter Rechner. Immerhin habe ich mit ihm arbeiten können, auf ihm geschrieben, mich an seine technischen Möglichkeiten angepaßt. Er, der Rechner, hat weder Seele noch Herz, sagen sie, und Geist schon gar nicht. Er ist ein Freund, aber nicht gleichberechtigt, denn er soll funktionieren, während ich mir das nicht allezeit abverlange. Kaum schreibe ich auf seiner Tastatur, überkommt mich eine Wehmut des Verlassens, und ich genieße jeden Tastenschlag wie kaum je zuvor. Ich kann nicht anders, ich behandle ihn abschiednehmend wie einen Kameraden (so hieß das beim Militär), respektvoll und dankbar. Da heult er auf, als Gerät, als überlasteter Computer, als Diener, als technischer Freund oder Kamerad. Keine falschen Gefühle, mahnte man mich, ermahne ich mich. Nur ein alter Rechner, aber wegwerfen werde ich ihn nicht.


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