Swing

Wir führen die schönsten Gespräche, sagt sie, seit niemand mehr auch nur das Geringste von dem versteht, wovon die Rede ist. Wir genießen es sehr, es wirkt so befreiend. Namen und Orte fallen wie Würfel und bedeuten je nach Belieben. Ist ein Wort lang, zählt es wenig, ist es kurz, viel. Wir legen das von Spiel zu Spiel neu fest, damit niemand sich beschwert. Ein langes Wort kann also sehr wohl punkten, auch wenn die Traditionalisten das bestreiten. Traditionalisten nennen wir diejenigen, die am 23.3. für die kurzen Wörter plädierten. Eine Zeitlang hatten sie die Überzahl und haben sie vielleicht noch, doch die Dinge befinden sich im Wandel. Derzeit streiten sich alle um die Festlegungen. Der Wechsel der Direktiven ist eigentlich garantiert, doch die Kombattanten geben sich unerbittlich. Die schönsten Gespräche sind die, sagt sie, die nicht von Politik handeln. Mir ist es schließlich doch ein bißchen egal, ob die langen oder die kurzen Wörter besser sind, Hauptsache, die Leute reden miteinander.


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