Nachts vor der Wahl

In wenigen Stunden öffnen die Wahllokale. Thermoskannen und Tupperboxen. Ein paar Schilder an die Türen, Pfeile in die Flure, die Listen auf den Tisch – schon geht’s los. Die ersten Kunden rücken an. Viele Zettel diesmal in Berlin: der Bund, das Land, das Enteignungsbegehren. Auch morgen um diese Zeit bleibt die Republik die, die sie ist. Keine Katastrophe in Sicht. Wir leben unter menschlichen Menschen, sie denken nur hier und dort unterschiedlich. Das läßt sich verstehen. Widerlich sind mir die wenigsten, unverständlich niemand. Ich lebe nicht, um mich blöd zu stellen. Es gibt Probleme, es gibt Zerreißproben – gut so. Wir dürfen uns gegenseitig kennenlernen und auf die Substanz prüfen, ich begrüße dies.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Nachts vor der Wahl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert