Wenn ich sage, ich bin abergläubisch, bedeutet das nicht, daß ich ironisch bin. Ironie ist eine Technik der Bloßstellung – sie funktioniert innerhalb des Systems akzeptiert. Aberglaube ist eine widerlegte Praxis des Hoffens und Wünschens, des Verfluchens und Versuchens. Eigentlich ein Glaube an Zeichen und die Wirkungsmacht von Gegenständen und Konstellationen. Tatsächlich verbringe ich mein langes und teilweise doch auch schönes Leben im Irrglauben magischer Macht, nur daß bei mir diese Macht niemals Namen bekommt und unbenannt zu bleiben hat. Ich lasse mich nicht ein. Die Namen interessieren mich nicht, aber ich anerkenne die Macht der Ahnen und Geister. Sie sind in uns und verlangen. Das ist ihr Teil des Anspruchs. Nun läßt sich antworten. Ich spreche manchmal mit den Toten, und auf den Friedhöfen läßt sich gehen wie auf weicher und wissender Erde.
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