Weshalb man vor die Tür geht und Luft schnappt dort draußen

Vor dem Spätkauf meines Vertrauens steht ein Aufsteller für eines der Boulevardblätter, ohne die diese Stadt ärmer wäre. Wie und wo erführe ich sonst, daß die Jugend bereits angestrengt trainiert; die Schlagzeile lautet: „3,0 Promille – Notarzt – 14-Jähriger in Klinik eingeliefert“. Vor der Villa, einem weinberankten Lokal mit überwiegend jungem Publikum, sagt eine Frau ihrer Freundin: „Ich wohne jetzt in Bayern, da zahle ich für alles so viel.“ Sie lacht dazu, denn in Berlin sind wir noch nicht soweit, und deshalb kann sie noch ein Bier bestellen und auch bezahlen. „Ich küsse dein Herz“, sagt der Bettler, als er erfährt, daß 50 Cent für ihn herausspringen, versäumt aber nicht, nach 90 zu fragen, „wenn das nicht zu unverschämt ist.“


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