Da Gott groß ist und annäherungsweise so groß wie die Wahrheit, vielleicht nichts anderes bedeuten kann als sie, also gleichsam eine Allegorie ihrer ist, müßte man warnen, sie oder ihn in Gewahrsam zu nehmen. Verständlich sind solche Bestrebungen allemal, sie gehen über Jahrhunderte und haben mächtige und ehrwürdige (wie man sagt) Institutionen ausgetrieben. Wahrheit ist ein aufgeladener Begriff, die Erkenntnis soll ihr dienen. Die Wissenschaften verschreiben sich der Wahrheitssuche und dienen mit Erkenntnissen. In solcher Bescheidenheit liegt ihre Zier und Tugend, um es altmodisch zu formulieren. Interessant sind die Versuche (nicht wenige), aus dem Geist der Wissenschaften oder einer Einzelwissenschaft ein kohärentes Bild des Lebens zu versuchen. Da ehemals konkurrierende Welterklärungsmodelle (Deutungsansprüche) abgesunken sind in die Archive, scheint das folgerichtig zu sein. Ich kürze hier ab: Gibt es demnach ein rein wissenschaftliches Weltbild und was kann es leisten – was kann es nicht? Anders gefragt: Wonach sich richten in Fragen äußerster Bedrängnis – wer weiß etwas, was spendet Trost? Wissen und Weisheit sind semantisch geschieden. Müssen wir das demnächst ändern?
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