Groß und klein, vermeintlich

Der, historisch betrachtet, schnelle Wechsel nicht nur der Moden und Trends, sondern der gesamten Werteausrichtung von Gesellschaften und Kulturverbänden befördert mächtig den Relativismus. Da sagt man gebildet mit Adorno: Es gibt kein richtiges Leben im falschen; oder zuckt mit den Schultern und zeigt sich diplomatisch-trivial: Kommt darauf an.

Worauf kommt es denn an – was zählt? Zählt der Einzelne oder ist er Teil der Rechnungen größerer Mächte, die besser wissen, worauf es jetzt ankommt? Daß sie mit uns rechnen möchten, zeigen die abwechselnd werbenden und drohenden Bemühungen um Zustimmung und Teilnahme (mitmachen), Teilhabe sogar. Hätten sie den Untergang anzubieten, hätten wir ihm zuvor zugestimmt.

Aus den Möglichkeiten des Menschen ergeben sich seine Bedrohungen. Das war früher anders – da ergaben sie sich aus seinem begrenzten Vermögen, auf die eigenen Lebensverhältnisse einzuwirken.

Dabei scheint die Sonne und ich könnte hinauslaufen in die Welt, um zu schauen, was ich als einzelner tun oder lassen kann. Erstmal die Wäsche aufhängen, damit sie trocknet. Der große Wind hat sich beruhigt, nur der kleine ist noch unterwegs. Die Gräser und Zweige machen mit, nur der Baumstamm nicht. Eine Krähe schreit, als sei etwas passiert. Ich wollte noch schreiben, daß ich Spülmaschinen nicht mag, Waschmaschinen schon.


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