Vor einer Woche etwa dachte ich, den schönsten Tag des Jahres zu sehen. Himmelsblau und das leuchtende Bunt der Blätter, dazu eine Luft, die trunken macht. Ist es heute nicht noch schöner? frage mich jetzt. Als offenbar religiöser Mensch (auf eigene Art und ungebunden) möchte ich danken und wende mich allem zu. Das Wort „Schöpfung“ klingt so lieb, daß ich manchmal gerührt bin über die Maßen. Mit den Worten des Mädchens vor ein paar Tagen: Wohin mit solchen Gefühlen! Große schöne Welt, ein Jubel ist in dir, an den die Übel nicht reichen. Im Hauruck der Tage gerät das vergessen, aber man kann durch die Mißhelligkeiten hindurch, manchmal. Heute kann ich hindurch, es ist leicht, der Tag macht das mit seinen Farben und Gerüchen und seinem besonderen Wind. Eine Wespe flog in den Schnellbahnwaggon und fuhr eine Station mit. Jetzt lebt sie woanders, ein paar schöne Tage noch.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.