Was zu essen

Im Flüchtigen ist Dauerndes, man kann sagen: Ewiges enthalten. Deshalb werden Photos gemacht, Bilder gemalt, Gedichte geschrieben. Der Augenblick ist in den Künsten hoch bewertet, während er der Alltagswahrnehmung als dasjenige gilt, das sich nicht fassen, nicht halten, nicht auswerten läßt. Deshalb ist er überschattet – jetzt kann es nicht schön sein, denn gleich werden wir gehen. Das Sonntagnachmittag-Syndrom, ein Volksleiden. Da kaum jemand in der Gegenwart lebt, ist sie die verwaiste Zeit. Zeit ohne Ausdehnung, rasiermesserscharf, man kann nicht auf ihr reiten. Man kann auf ihr reiten, nimmt man das Bild der Welle. Surfer kennen das Gefühl, auch die Skifahrer haben eine Ahnung usw. Ganz im Augenblick sein, im Fluß, in der Bewegung nach vorn oder nach hinten, links oder rechts, oben und unten. Aus der Gegenwärtigkeit kehrt man schließlich zurück in die Geborgenheit der Gewohnheit. Ach, wie diese abgeleiteten Wörter sprechen vom Wohnen und Bergen, von der Warte und dem Weg. Was will man mehr.


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