Ich betrachte meine Hände und staune. Sie haben was erlebt und sehen schon so aus. Ich sehe in den Spiegel und versuche mich zu erkennen, spiegelverkehrt. Derzeit nicht. Habe ich etwas geschrieben, was mich enthält, kann ich mich wieder sehen und finden. Ich muß schreiben, ich will nicht. Ich denke, die Poeten versuchen, wie unterschiedlich sie auch sein mögen, sich auf diese Weise zu retten. Eine umständliche Art, doch noch an Land zu geraten, ertrinkend. Malen und Musizieren sind naheliegender, Gärten anlegen. Aber wer kann denn wem helfen! Ich will es leicht nehmen, nehme es schwer. Ich soll nachts schlafen, sitze aber wach. Ich möchte Teil einer guten Gemeinschaft sein, bin aber draußen. So war es wie von Beginn. Etwas Abtrünniges haftet mir an. In dieser Zwitterstellung sirren die Schmetterlingsflügel (der Metamorphose). Ja, ich werde fliegen, eines Tages, aber nicht materiell. Der Geist ist kleingehackt in Funktionen, das betrübt mich. Heute ist Mittwoch, klingt nach Schnittbrett, weiß nicht warum.
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Schreiben ist die genaueste Lebensform. (UwerHerms)
Das ist ein schöner, dem Schreiben schmeichelnder Satz. Ich dagegen höre beim Schreiben immer diese Notrufe, sogar meine eigenen. Ich vermute, es gibt sehr unterschiedliche Beweggründe, mit dieser angeblich stillen Tätigkeit eine Form zu finden für das, was noch keine hat oder eine perspektivisch falsche. Aber ja, die Genauigkeit ist eine große und vielleicht auch unterschätzte Tugend. Vieles soll schnell gehen, aber dann geht es auch schnell wieder.
Liebe Grüße von hier!