Vollmond und auffällig viele Durchgedrehte in Schnell- und Untergrundbahn. Ein betrunkener Russe mit Pudelmütze (Aufschrift: Paris) beleidigt sämtliche Sitznachbarn, wird von denen zur Rede gestellt. Es kommt zum Gerangel, doch er ist bereits zu vollgetankt, um noch kämpfen zu können. Schluchzend sinkt er auf seinem Sitzplatz nieder, greift in die Seitentasche seines Parkas und öffnet eine Dose Bier. Der Verschluß knackt, als breche man einem Kaninchen das Rückgrat. Eine Bahn weiter schmieren sie sich Brote auf der Sitzbank, benutzen die Sitzplätze als Arbeitsfläche. Es gibt Schrippen mit Margarine und folienverpackter Pfeffersalami. Als Brotmesser dient ein Klappmesser. Sie sind zu dritt und nehmen acht bis zehn Plätze in Anspruch. Irgendwas haben sie eingeworfen, niemand von ihnen kann noch geradeaus schauen. Einer von ihnen würgt, als müsse er sich übergeben. Zwei Mädchen steigen ein, die eine vielleicht achtzehn, die andere höchstens dreizehn. Die Ältere hat sich falsche Wimpern angeklebt und telephoniert, die Jüngere verdreht die Augen und wirft sich ruckartig vor und zurück und grinst, als sei sie der Hölle entronnen. Dann verreckt doch alle! brüllt einer in der Station, an der ich aussteige und den Schlund verlasse.
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