Es ist ein anderes, über den Tod zu sprechen, wenn man sich guter Gesundheit wähnt, als wenn ein Zweifel an ihr das Bewußtsein erschüttert und in die Körperregungen lauscht. Im Sommer schien ich mir selbst bereits wie tot und verfallen und geriet darüber in etwas, wofür ich ein Wort benötige, das mir nicht zur Hand ist. Es lautet nicht Schicksalsergebenheit. Ich bin dem Schicksal nicht ergeben. Ich ergebe mich nicht, es sei denn, ich muß. Dem Tod also dermaleinst. Leicht gesagt. Im Sommer wähnte ich mich so gut wie tot und hatte guten Grund. Das war es, schöne Welt. Ich verstand meinen nahen Abschied und alles wurde mir gleichgültig. Man kann das Wort in gleich und gültig zerlegen, doch das führt zu nichts. Mir war klar, daß ich demnächst sterben würde. Daraus folgte buchstäblich nichts. Ich ging meiner Wege, hatte Urlaub, dachte ans Sterben. Ohne Hoffnung stirbt man. Ich hatte Hoffnung, ich starb nicht. Aber ich werde es tun später einmal.
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