Sonntag auf Montag

Mag sein, ich habe schon immer verstanden, wozu die vier Jahreszeiten in uns gut sind und warum wir sie benötigen. Aber dann habe ich doch auch den Winter gefürchtet und hatte Angst vor einem tiefen dunklen Loch in mir selbst, in das ich gestoßen würde durch eine zu lange Abwesenheit des Lichts und der Wärme.

Ich habe mir berichten lassen, wie es ist, in einem Land zu leben, das solche jahreszeitlichen Unterschiede nicht aufweist. Monatelang Sonnenschein, wenige Veränderungen der Außentemperatur, gleichbleibende Wärme. Dann zog es den, der mir davon erzählte, in den Süden des Landes, und dort gab es Regen. Er war außer sich vor Glück – endlich einmal Regen.

In diesem Jahr liebte ich erstmals den November und bin bereit für den Dezember. Meine Freunde halten mich am Leben. Wenn auch ich ihnen helfen kann, ist es gut.


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