Ausgewandert in die Alpträume

In politischen Zeiten sollte man über Pflanzen und Tiere schreiben – nicht dauernd an Menschen denken, die sich ein- und aufteilen lassen wie im Sportunterricht oder auf dem Exerzierplatz oder dem Schlachtfeld. Ich weiß gar nicht mehr, wohin ich schauen soll, ich schäme mich so. Ist es denn derart leicht, uns auseinanderzutreiben. Rhetorische kann man sich sparen Frage, spare ich auch das Fragezeichen. Wie so oft. Fragezeichen kosten Geld und auch schon Nerven – sofort wird man wie im Krieg mit Antworten zugebrüllt. Wer oder was hilft aus diesem Irrgarten heraus. Jeder sich selbst, wie mir scheint. Von außen betrachtet wird sichtbar werden, daß es eine Nervenheilanstalt war. Am Rande des Geländes steht die Kirche der Angst. Sie ist ganz aus Stahlbeton und wird von den Krähen gemieden. Sie gleicht dem Krematorium Baumschulenweg (1999) der Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank, die später als Sieger des Wettbewerbs um die Gestaltung des Parlaments- und Regierungsviertels und des Wettbewerbs zum Neubau des Bundeskanzleramts hervorgingen. Wahlspruch: „Die Leichtigkeit des Steins“. Zitat: „der stahlbewehrte Beton, eine technisch-konstruktive Täuschung allerersten Ranges, hat tatsächlich das Zeug dazu, uns über all die ehrwürdigen, verlorenen Tugenden von Konsistenz und Tektonik hinwegzutrösten; – und nur er kann unsere Suche nach neuen Räumen und Raumtypen verknüpfen mit einer – zugegeben sehr weit zurückreichenden – Sehnsucht nach Geborgensein, nach Notwendigkeit“. Zu finden unter „Philosophie“ auf der Website des Architektenteams.


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