Seltsam normales Berlin. Spaziergänge entlang der Peripherie. Eigenheime, Baumärkte, Tankstellen. Funktionale Landschaft. Werbetafeln, Zäune, Schranken. Ewig braust der Individualverkehr. Das macht, daß man nicht denken kann. Irgendwo ist eine Freifläche mit wintergrauem Gras und ein wenig Gestrüpp, nicht weit vom weltberühmten Britzer Garten. Es dämmert und der Vollmond hängt hinter dem Baukran wie ein Verhängnis. Hier unten wird betoniert. Ich wandere diese Straße entlang und begegne niemandem. In den Autos sitzen welche, das ist sicher, alles Menschen. Der Verkehr reißt nicht ab, ein lärmendes Band zieht sich von West nach Ost, Feierabendverkehr. Meine Stadtwanderungen werden ausgedehnter, ich nehme keine Rücksicht auf Schönheit mehr, erkunde alles auf Gedeih und Verderb. Vor einer Currywurstbude in Mariendorf stehen sie an, hungrige Gesellen. Ich habe auch Hunger, kann aber nicht warten, muß gehen – Schritte tun, laufen, sehen, in Bewegung bleiben. Die neuen, weißen Eigenheime am Westrand des Britzer Gartens sind Reise und Besuch wert. Man sieht dort nichts. Traurige Laternen, abgeparkte Autos, keimfreies Wohnen im Dreier- oder Viererpack. Eine Frau führt ihren Hund an den Straßenbaum. Der hebt sein Beinchen, als sei das normal.
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