Gefährlich groß und unbedingt teuer

Es ist eine harte und knirschende Zeit, in der wir zu leben versuchen. Brockig, mürbe, scharfkantig. Splitter im Belag, Stacheln im Panzer. Man schürft sich auf, wird wundgetan. Die Ohren schmerzen vom Andrang der Phrasen und deren tagtäglicher Wiederholung. Alles reimt sich auf Pimpf. Die Luft schmeckt und riecht nach Angst. – Es war ja schon vorher so, daß man niemanden mehr anzusprechen wagte, denn die Leute reagierten, als hätten sie einen Stromstoß verpaßt bekommen. „Was ist denn bloß los mit denen?“

Die Angst war schon vorher da. Sie umlagerte die Wohlstandsfestung. Von irgendwoher mußte etwas kommen. Wer Festungen errichtet, erwartet Angriffe. Ich spreche nicht von den äußeren Grenzen, sondern von den inneren, besonders jenen innerhalb der Menschen. Denjenigen, die sich fürchten und gar nicht mehr aufhören können, in ihrem Sorgenkarussell durch die Stunden zu rasseln. Das Gehirn gibt Futter – tausend Gründe sich vor diesem und jenem und weiteren zu fürchten. Bürgerliche Mentalität – Sicherheit zu suchen im Schutze der Burg.

Endlich kam dieses Virus und objektivierte die Ängste. Eine Weile hielt das, förderte sogar Positives zutage, doch wird es nun allmählich Zeit, daß das Angstbedürfnis weiterwandert. Die angstbasierte Kommunikation haben wir kennengelernt; sie haut auf die Pauke, bis alle taub sind. Manche sind schon blöd darüber geworden, und man kann es verstehen.

Nachher reden sie im Bundestag über eine allgemeine Impfpflicht – als lebten wir in Schilda. Dort trugen sie Licht in Eimern in die Häuser, weil sie beim Bau die Fenster vergessen hatten. Hier nun, bei uns in Schilda-Land, wollen sie Impfmittel verpflichtend machen, die gegen nichts mehr wirken. Vermutlich geht es um einen Glauben, oder ein Ritual muß vollzogen werden, oder wie im Märchen steckt ein Bösewicht dahinter. Läßt sich alles noch ermitteln mit den Tugenden der Aufklärung und den Mitteln vorurteilsfreien Forschens.

Die Angst wird sich davon nicht beeindrucken lassen – sie findet Themen zur Genüge, und manchmal wird daraus ein ganz großes Ding.


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