Gemeinsam Teil einer Rasselbande

Die Frau vor mir in der Vorortbahn las Zeitung, ich konnte die Überschriften erkennen, Rezension einer Theateraufführung, anschließend ein Kommentar über das Humboldtforum. Nach einiger Zeit, und ein paar Stationen weiter, ließ sie das aufgefaltete Blatt herunter und wandte sich dem Fenster zu. Eine Weile sah sie hinaus auf die Grundstücke entlang der Schienentrasse, auf die Zäune und die Bäume vor den Zäunen. Da die Sonne halbhoch am Himmel stand, wie es sich für einen angebrochenen Januarnachmittag ausrechnen und beschreiben läßt, sah ich den feinen schimmernden Film auf ihrem Augapfel, das Auf und Ab der Wimpern, die Sehbewegungen dieser Fremden, die mit einem Male tierhaft wirkte, wachsam und scheu. Ihr ergrautes Haar lag in verschlungenen Bahnen, schön wie ungekämmt. Daß ich nicht von hinten durch die Schädeldecke in die Gedanken blicken konnte, beruhigte sehr.


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