Viele Familien dort, Kinder auch

Tag 19 in Ottawa. Größere Polizeifrequenz. Die Trucker bleiben. Ich bin erneut mit UOttawaScotty unterwegs und folge seinen Schritten und Blicken. Eine der Dixi-Toiletten brennt, der Filmer läuft zum nächsten Truck und bekommt einen Feuerlöscher gereicht. Wenig später steht ein Mann mit Hut vor der Kamera, selbständig, Unternehmer aus Ottawa, seit achtzehn Tagen „hier dabei, aber eigentlich seit zweieinhalb Jahren“. Trudeau ist fertig, sagt er, ihm fehle es an Reife und Qualifikation für das Amt. Er habe mit den Truckern gesprochen – sie alle wollten heim und zurück zu ihrer Arbeit. Aber: First the mandates have to fall. Er nennt seinen Twitter-Account. Faust an Faust zum Abschied, keine unnötigen Schnörkel. Diese Leute wissen, was sie wollen, und sie teilen ihre Kräfte ein. Was mir auffällt: kein Geeiere, keine Spekulation, keine Verweise auf sonstwas und sonstwo, purer Realismus, zielgerichtete Aktion. Niemand wirkt dort „idealistisch“ oder sonstwie verstiegen. Sie verteidigen ihr Leben. Für sie gehört Freiheit dazu, also das Recht darauf, nicht dauerhaft und unabsehbar gegängelt, gequält oder behindert zu werden – im schlimmsten Fall um ihre Existenz gebracht zu werden, ökonomisch. Der junge Mann mit Hut und Twitter-Account sagte auch: Ich bin stolz darauf, nicht geimpft zu sein, aber bin nicht jemand, der generell gegen Impfung ist; ich bin gegen die Maßnahmen, darum geht es. – Ein Ehepaar, Pelzmützen auf den Köpfen, sie sind gekommen, um sich ein eigenes Bild von den Verhältnissen vor Ort zu machen. – Am War Memorial paßt jemand auf, daß niemand das Denkmal beschmutzt oder mißbraucht. Man erwartet Aktionen seitens der Regierung, um die Trucker zu diskreditieren.


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