Die Trucker und ihr Protest in Kanada markieren für mich den Wiedereintritt der Wirklichkeit ins gesellschaftspolitische Leben, laut und mächtig. Bis zu ihrem Auftreten bewegte sich die Debatte entlang von Statistiken und Kennzahlen, erhoben und erlassen von Gremien, deren Zusammensetzung und Arbeitsweise akzeptiert, aber nicht näher beleuchtet wurde. Es galten Glaube und Vertrauen – in die Wissenschaft, wie es hieß; es gab ein Regime sogenannter Faktizität; es herrschte ein naiver Autoritätsgehorsam, wie ihn die empfindlich-empfindsamen, gebildeten und begüterten Stände ausprägen, wenn sie hoffen, daß ihre Interessen alles in allem vertreten sein werden. Daß die Maßnahmen zur Eindämmung der C-Pandemie jene stärker trafen, die weniger besitzen und nicht ins Home-Office können, wurde medial wehmütig erwähnt und insofern halbwegs anerkannt, doch folgte daraus nichts. Daß aber die Trucker sich wehrten, kommt nicht aus dem Nichts. Sie fahren tagelang und sitzen die meiste Zeit ihres Arbeitslebens allein in der Kabine und steuern die Ladung dem Ziel entgegen. Dort steuern sie ein, setzen zurück und lassen die Ladung löschen. Ein kurzer Weg ins Frachtbüro, Papiere abstempeln, fertig. Einem neuen Ziel entgegen, neue Ladung aufnehmen. Dann weiter nach sonstwo. Solche Leute über eine Impfpflicht an der Ausübung ihres Jobs zu hindern ist nicht nur infam, sondern absurd. Wiedereintritt der Wirklichkeit heißt, daß sie mit einem Mal sichtbar wird. Als hätte es sie zuvor nicht gegeben. Ich denke an Moby Dick.
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