Dekonstruktion eines Narrativs

Jede Erzählung darf sterben. Es ergeht ihr wie den Menschen, denn sie ist von Menschen gemacht. Solange sie gebraucht ist und Nutzen bringt, wird sie Unterstützer finden. Fällt der Nutzen, fällt die Erzählung. Die Unterstützer sind vorher fort. Die Wörter passen mit einem Mal nicht mehr zur Wirklichkeit. Was eben noch Applaus versprach, erntet nun Gelächter. Die Interpreten packen ein. Nichts mehr zu holen. Die zerlegte Konstruktion trägt nicht länger. Niemandem ist an einer Rekonstruktion gelegen. Die Erzählung hat abgedankt, sie kann nicht mehr geglaubt werden. Eine gute Erzählung übersteht das Verfahren, eine schlechte versinkt in Schande, wird abschreckendes Studienmaterial.


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