Wand

Die Wand war hoch und stellte etwas dar, das auf einen flüchtigen ersten Blick und einen genaueren zweiten nicht ohne weiteres erkennbar schien. In sie waren Lochmuster eingestanzt, man mochte denken, es seien Fenster. Wie der Blick auf ein abstraktes Gemälde im Betrachter den Wunsch erweckt, im Ungegenständlichen Formen oder Umrisse eines Bekannten oder erfolgreich Erahnten (wie im Nebel) ausfindig zu machen, um auf solche Weise erlöst zu sein aus unerträglicher Spannung, die darin besteht, mit einem Mal, jäh: nicht mehr erkennen zu können. Die Abstraktion peinigt die Sinne und rüttelt am Sinn des Verstehens. Die Sinne nehmen auf, aber nicht mehr wahr. Die Wand war eine Häuserwand, mag sein. Sie war grau und glatt und ragte hoch hinauf in den Himmel, wenn man an ihr stand und hinauf sah. Man hätte lange dort stehen müssen und zusehen, wie nichts passiert. Endlich wäre doch etwas geschehen. Köpfe wären erschienen, hinausgehalten aus den Löchern. Nicht aus jedem Loch, nur aus manchem.


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