In der Nacht von Mo auf Di lag ich frühmorgens wach und bedachte manches. Da begann der Amselgesang um etwa 6 Uhr (nach der Zeitumstellung, also MESZ). Eine einzelne Amsel gab von sich, was sie konnte, und was sie konnte, war immens. Ich hörte zu und vergaß über dem Gesang das Einschlafen. Wer hat sich das ausgedacht – diese Vielfalt, diese Farben, Formen, Geräusche, Lebensweisen, ALLES. Wie kann man da nicht verrückt werden vor Entzücken oder Freude oder Bewunderung oder Anbetung oder Lobpreisung oder Erschütterung oder oder oder. Oder? Modi sollst du mich nennen, Verzückung! Dann las ich nach – jetzt beginnt der langweilige Teil – in welcher Reihenfolge die Singvögel des Morgens ihren weltberühmten und anerkannt wirksamen Gesang anstimmen. Nach der Singdrossel tritt die Amsel auf das Podium und zeigt, was sie kann. Was ich, Modi, am Dienstagmorgen in der Früh hörte, war die Darbietung einer Amsel. Nachher werden ich sie wieder hören dürfen, ohne Eintrittsgeld und frei für alle. So ist die Natur, sie wirft mit Gaben um sich. Verschwenden auch wir uns endlich. Blöde Knickrigkeit.
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