Bedauernswert. Verblödet. Abartig. Drei Punkte für ein Halleluja

Die armen Menschen. Die dummen Menschen. Die bösen Menschen. Mitleid, Geistesschwäche oder angeborene Bösartigkeit/Grausamkeit/Verwerflichkeit. Ich konnte mich für keines dieser Angebote entscheiden. Ich dachte stets: Die schwachen Menschen. Sie sind – sehr verallgemeinernd gesprochen – nicht unbedingt bedauerns- oder bemitleidenswert, in vielen Fällen sogar klüger als erwartet und dumm nur aus einer Perspektive, die ihrerseits an Dummheit rührt, und böse sicher nicht mit Bedacht, eher versehentlich oder verführt durch irgendein sogenanntes Gutes. Nein, ich denke über Menschen anders – ich halte sie für schwach und verführbar. Da sie selbst sich als schwach wahrnehmen, tendieren sie zu Vorsicht und in weiterer Folge zu Feigheit aus Selbstschutz. Das ist recht üblich und verwundert nicht. Warum sind sie nicht stark, mag man fragen. Warum passen sie sich ans Üble an und nennen es gut? Sie werden unter Druck gesetzt, vergessen wir das nicht. Ich selbst spüre diesen Druck – beinahe unaufhörlich. Ich bin froh, daß ich ihn spüre. So kann ich mich zu ihm verhalten. Wer Druck auf mich ausübt, ist nicht auf meiner Seite, ist nicht mein Freund. Wer Druck auf mich ausübt, will mit mir rechnen, will mich haben und mich für sich reklamieren. Wir leben in der Druckzone und sollen dies und das tun für Leute, die sich einen Scheiß um uns kümmern. Die schwachen Menschen dürfen sich ihrer Stärke erinnern, manchmal tun sie es. Dann leuchtet es in der Weltgeschichte kurz mal auf.


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