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Noch immer habe ich die alten Briefe nicht gelesen. Sie sind nun bereits dreißig oder mehr Jahre alt. Ich könnte sie einmal wiederlesen, aber ich kann nicht. Ich könnte schon, aber ich will nicht. Ich werde sie lesen, wenn ich sehr alt bin, und mich an ihnen trösten. Zurückdenken an eine Zeit, als die Welt für mich noch in Ordnung war oder schien. Brüchig war sie ja von Anfang an, nur daß ein Kind davon nichts weiß (vielmehr spürt). Ich hatte eine schöne Kindheit, sagen einige meiner Bekannten und Freunde. Ich hatte ebenfalls eine schöne, sollte ich antworten, nur daß es von Anfang an auch, wie soll ich sagen: schwierig war. Schwierig vielleicht durch mich selbst, und daher auch dieses Schamgefühl, manchmal, nämlich: falsch zu sein, fehl am Platz, störend. Als sollte ich besser tot sein. So wie es ursprünglich geplant war, als ich zu früh erschien zu meiner Geburt.


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