Krieg und Wörter

„Hölle am Arsch“ heißt ein Kapitel in Michael Herr’s Dispatches. Herr (1940-2016) berichtete nicht aus dem Vietnam-Krieg, er schuf ihn, gemeinsam mit anderen. Dies zur Kraft der Bilder und der Worte. Pressekonferenzen und offizielle Verlautbarungen (Wirklichkeit verschleiern oder verschwinden lassen) haben in seinem Buch den Rang makabrer Witze. Ist die Kontrolle entglitten (wie immer im Krieg), wachsen die Statements der politisch und militärisch Verantwortlichen und des Pressecorps ins Unermeßliche und entwerten einander in endloser Folge. Daß es nicht an den Wörtern liegt, zeigt Michael Herrs Buch, entstanden und montiert aus Reportagen als war correspondent für den Esquire. Hölle am Arsch beschreibt eine Situation, in der es keinen Ausweg mehr gibt, in der beide Türen in den Käfig des Tigers führen, keiner mehr zur Dame. Man müßte den Spieltisch umwerfen oder das gesamte Land abfackeln.


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