Es ist schön, wenn wir uns frei wähnen. Auch ich tue das. Besser ein selbstgewähltes Unglück als ein fremdbestimmtes Glück. Absolut gesetzt läßt sich die Freiheit nicht mehr verstehen. Die Freiheit zu sich selbst ist wichtig – daß man werden kann, der man ist. Dazu bedarf es der Beihilfe vieler, auch der Widerstände. Freiheit ist Selbstbehauptung. Doch der, der sich behauptet, lernt sein Selbst erst kennen, indem er es behauptet. Versuch und Irrtum. Manche dringen vielleicht gar nicht zu sich durch, anderen ist ihr Selbst schon offenbar. Der Spiel- und Sucharten sind viele. Ja, man spielt sich – dabei ist es ernst. Während man sich also dabei zusieht, wie man sich bemüht, „ein Leben zu führen“, muß man lachen und weinen. Was ich hier treibe, hat viel mit dem zu tun, was meine Ahnen bereits versucht haben. Von ihnen erhielt ich die Problemstellung. Ich könnte sie verwerfen, bilde ich mir ein, doch dann verlöre ich mein Selbst und damit mich selbst. Ich ginge allem verloren.
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Freiheit ist unbegrenzt atmen zu können. (Elias Canetti)