Wohnen lernen im Großen

Ich habe noch nicht richtig gewohnt und tue es auch jetzt nicht. Vermutlich nennt man das „hausen“, selbst wenn es gemütlich ist mit den befreundeten Büchern oder so wirkt. Ich wollte wohl erst die Welt bewohnen lernen, mich in ihr geborgen fühlen, indem ich sie verstehen und mich zu bewegen und zu bewähren lerne. Auf ganz ähnliche Weise suchte ich auch keinen Beruf – ich wollte das Leben lernen. Fächer waren und sind mir nicht interessant. Nicht die Einteilungen sind mir wichtig, sondern „das Ganze“. Ich fürchtete offenbar, weggesperrt und betrogen zu werden. Ich wollte und will mit eigenen Augen sehen, nicht durch die Brillengläser einer Disziplin. Daß das Ganze in seinen Teilen aufgehoben ist und erscheint, wußte ich auch damals schon. Ich suchte meine eigenen Kleinodien, tue das noch. Unter Fachleuten langweile ich mich nicht, sofern sie darüber sprechen, wovon sie wirklich etwas verstehen. Ich trage dann bei, wie es ist oder sein könnte, zu leben. Nichts als das, und jeden Tag. Ich suche ein Verfahren, das Ganze zu spüren. Man nennt das Mystik. Ich bin an solchen Worten nicht interessiert.


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