Einst ein Teil von mir

In alten Texten gewühlt. Ich konnte kaum eine Nähe aufbauen. Etwas an ihnen war fremd, kalt und wie tot. Als untersuchte man Hautschuppen, hätte sie mit der Fingerkuppe einzeln aufgelesen und betrachtete sie nun eingehend. Einst ein Teil von mir, körperlich, inzwischen abgeworfen. Ausgedient und fort damit. Niemand sammelt alte Hautschuppen.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Einst ein Teil von mir

2 Gedanken zu „Einst ein Teil von mir“

  1. Götz schreibt:

    Lieber Holger,
    als ich diesen Text von dir las, mußte ich ein wenig schmunzeln. Ging es mir doch im Februar ähnlich wie dir. Ich zog mit meinem Atelier um und viele Dinge wurden mir wieder in die Hände gespielt. Zum Teil hatte diese seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. Nicht wenige von diesen habe ich weggeworfen. Wahrlich eine Befreiung.
    Häutung um Häutung verändern wir uns. – Und die abgelegten Häute?
    Immerhin, haben sie uns mal gepasst. Wir haben sie als gut, oder schön, oder gerecht, oder einfach als angemessen empfunden.
    Deswegen sollten wir ihnen, finde ich, mit Dankbarkeit begegnen. Unsere Gegenwart, ist auch unsere Geschichte und niemand verläßt seine Geschichte.
    Herzlich
    Götz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert