Da ich erkennen möchte, wer was ist, gefallen mir die sogenannten Ausnahmesituationen. Sie unterscheiden sich von den anderen und (offenbar) üblichen Situationen dadurch, daß sie nicht vorherzusehen sind, sich aber dennoch ereignen, weshalb sie herausgenommen werden aus der Regelzugehörigkeit der sonstigen Situationen und eigene Betrachtung und Bewertung erfordern. Ihnen gilt besondere Aufmerksamkeit.
Da Menschen, wie ich lernen durfte, nicht so sehr Erkenntnis, vielmehr Zugehörigkeit suchen, beschäftigt mich das Ausnehmende noch einmal anders. Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens – Rilkes Verlangen nach einer Erkenntnis, die das Ungeheure und die Einsamkeit einschließt. Das zaghafte Pathos seines Gedichts läßt mich die egalitären Täler und die Ortschaften in den Tälern und die Menschen darin sanfter sehen. Aber ja, dort oben unterscheidet es sich besser. Bereits der Anstieg macht Mühe, der Abstieg übrigens auch. Mir wäre es lieb, wenn meine Texte zeitweilig keine Grenzen mehr hätten, wenn sie über die Stufen flössen wie Blei oder aufgeputschtes Wasser.
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