Zwischendrin die Luft anhalten oder auf die Kiemen umsteigen

Wie in den Auseinandersetzungen der als Geschichtsschreibung notierten Vergangenheit wird die Bekenntnis- und Bekehrungsoption eröffnet. Es gibt die Leugner und die wahrhaft Bekennenden. Dazwischen lungern ein paar Unentschiedene herum, die man seitens der beteiligten Kräfte oder Mächte oder Parteien lungern läßt, solange sie nicht die Sauberkeit der auf Eindeutigkeit gearbeiteten Schwarzweißzeichnung stören. Sie ließen sich als Irre einordnen, beispielsweise. Man könnte auch sagen, sie litten unter einem Informationsdefizit. Wo es Bekennende gibt, muß es Leugner geben. Nicht die Leugner erschaffen die Bekennenden, sondern umgekehrt. Das mag schwer in die Köpfe gehen, doch nur so ergibt das Kommunikative solcher Beziehung einen chronologisch erfaßbaren Sinn. Ich kann nicht leugnen, was nicht ist. Aber es ist doch! Was ist denn? So geht das endlos weiter, bis zur Ermüdung und dem Einschlafen des Problems. Nichts hält ewig. Ich ergänze: Für manche Bekennende sind die Leugner das Initial. Das läuft wie im von Paul Watzlawick paraphrasierten Ehestreit. Jedenfalls benötigen die beiden Antipoden einander, sonst könnte weder von Bekenntnis noch von Leugnung die Rede sein. Daß wir uns im Raum des Glaubens und Für-wahr-Haltens befinden, zeigt sich gut.


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