Die Bestürzung

Selten habe ich einen Text geschrieben unter einer Überschrift. Es gab stets den Text, meistens, dann wählte ich den Titel. Nun ist es später. Ich stelle mir vor, wie mich jemand sieht, der mich seit Jahren nicht gesehen hat, und erschrickt. Das soll der sein, den ich vor Jahrzehnten kannte und vielleicht sogar mochte? Dieses Wrack, diese Vorzeigegestalt namens Scheitern? Solche Wahrnehmung macht mir Mut, und ich gerate ins Frohlocken. Das wollen wir doch mal sehen! hallt es aus den Hallen des persönlichen Wissens. Was wollen wir denn sehen? fragt der skeptische Verstand. Wer die Wette gewinnt! kontert die Stimme aus den Hallen. Wir sind nicht fertig, mit nichts sind wir fertig.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Die Bestürzung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert